Alarm- und Ausrückeordnung

Warum eine Alarm- und Ausrückordnung?

Voraussetzung für eine gut organisierte Gefahrenabwehr ist u. a. einem festgelegtes der jeweiligen Gefahrengröße angepasstes einheitliches Alarmsystem: Ein solche Alarmsystem muss ohne "Grauzonen" kontinuierlich und durchgreifend vom Kleinsteinsatz bis zum Katastrophenalarm wirksam sein. Nur in wenigen Bundesländern gibt es ein einheitliches Alarmsystem, so unterscheidet sich das System im Landkreis Diepholz auch von denen anderer Landkreise in Niedersachsen, wobei alle Landkreise die Alarmierung der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und anderer Fachbereiche auf ihre Belange hin eingestellt haben.

Was aber in allen Landkreisen gleich ist, ist die Tatsache das die Alarmsysteme sich alle aus den Vorschriften des

  • Nieders. Brandschutzgesetz
  • Nieders. Katastrophenschutzgesetz und
  • Nieders. Rettungsdienstgesetz

abgeleitet haben. Für den Landkreis Diepholz wurde nach einer Probezeit von zwei Jahren gegen 1992 die sogenannte "Alarmordnung für den Landkreis Diepholz" eingeführt, die natürlich auch für die Stadtfeuerwehr Twistringen Geltung hat. Diese Alarmordnung lässt sich in 5 Gefahrenabwehrebenen und Zuständigkeitsbereiche gliedern.

Gefahrenabwehrstufen
Die 5 Gefahrenabwehrebenen werden in 3 Gefahrenabwehrstufen zusammengefasst. Die Gefahrenstufe 1 beinhaltet:

  • Die örtlichen Einsätze innerhalb des Ausrückbereichs einer Ortsfeuerwehr. Die Zuständigkeit liegt bei der Ortsfeuerwehr
  • Die gemeindlichen Einsätze innerhalb einer Stadt, Gemeinde oder Samtgemeinde. Die Zuständigkeit liegt bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt, Gemeinde oder Samtgemeinde.

Die Gefahrenabwehrstufe 2 beinhaltet:

  • Die übergemeindlichen Einsätze. Wenn die Einsatzmittel der jeweiligen Freiwilligen Feuerwehr einer Stadt, Gemeinde oder Samtgemeinde nicht mehr ausreichen. Die Zuständigkeit liegt nach §19 Abs. 2 des Nieders. Brandschutzgesetz bei der Kreisfeuerwehr.

Die Gefahrenabwehrstufe 3 beinhaltet:

  • Den Katastrophenalarm. Die Zuständigkeit liegt nach dem Nieders. Katastrophenschutzgesetz beim Landkreis.

Aus diesen Gefahrenabwehrstufen ergibt sich eine Alarmstruktur, die sich in Alarmstufen aufgliedern lässt. Die Alarmstufen werden wie folgt bezeichnet:

  • Gefahrenabwehrstufe 1: Alarm
  • Gefahrenabwehrstufe 2: Großalarm
  • Gefahrenabwehrstufe 3: Katastrophenalarm

Damit man in der jeweiligen Gefahrenabwehrstufe alarmieren kann , wurden sogenannte Alarmstichworte festgelegt. In der Gefahrenabwehrstufe 1 "Alarm" wurden folgende Alarmstichworte in der Alarmordnung festgelegt:

  • Brand
  • Technische Hilfe
  • Gefahrstoff
  • Retten

Für die Gefahrenabwehrstufe 2 "Großalarm" ist als Alarmstichwort

  • Großalarm festgelegt.

Wie im ersten teil dieser Beschreibung der Alarmordnung für den Landkreis Diepholz schon beschrieben, ist diese Alarmordnung ausgerichtet vom Kleinsteinsatz stufenlos bis zur Katastrophe möglichst alle Zehnarien abzudecken. Die Größe der erforderlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen innerhalb der Gefahrenabwehrstufe 1 wird durch Alarmstufen wie folgt in der Alarmordnung festgelegt:

Brand Alarmstufen:

  • B 0 bis B 4
  • Technische Hilfe Alarmstufen: T 0 bis T4
  • Gefahrstoffe Alarmstufen: G 0 bis G 5
  • Rettung Alarmstufen: R 0 bis R 4
  • Großalarm (Gefahrenabwehrstufe 2)

Großalarmstufe 1
Beginnt innerhalb der Alarmstufe 4 und wird im übrigen von der örtlichen Einsatzleitung oder den Führungskräften der Kreisfeuerwehr ausgelöst.

Großalarmstufe 2 und 3
Wird von einen festgelegten Personenkreis ausgelöst.

Alarmplanung:
Organisation der Alarmierung:
Die erforderlichen Alarmpläne werden wie folgt gegliedert:

  • Allgemeine Alarmpläne wurden in der Stadtfeuerwehr für jede Ortsfeuerwehr aufgestellt. Diese Alarmpläne wurden so aufgestellt das Feuerwehrkräfte unter Beachtung angemessener Hilfsfristen und angemessener Einsatzstärken nach Einsatzstichworten Alarmiert werden.
  • Sonderalarmpläne wurden aufgestellt z. B. für das Krankenhaus Twistringen
  • Verstärkungsalarmpläne. Hier wurden Verstärkungsmaßnahmen, die für jede Alarmstufe anwendbar sind, festgelegt. Z.B. für: - Zusätzliche Löschfahrzeuge - Atemschutzgeräteträger und Atemschutzausrüstung - Löschmittel usw.

Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (FEL) hat aufgrund eines sogenannten Alarmablaufplanes je nach Einsatz und Meldung ein oder mehrere Einsatzstichworte festzulegen und zu entscheiden welcher Alarmplanbereich (Allgemeiner Alarmplan, Sonderalarmplan oder Verstärkungsalarmplan) anzuwenden ist. Danach erfolgt die Entscheidung über die Alarmstichworte und Alarmstufen.

Alarm- und Ausrückeordnung:
Da jede Ortsfeuerwehr für ihren Ausrückebereich eine Alarm - und Ausrückeordnung aufzustellen hat, ist das in Twistringen natürlich auch passiert. Hier wird hier die Alarm- und Ausrückordnung anhand eines "Beispiels einer Alarmierung" dargestellt und erleutert.

  • Alarmplan "Brand" der Ortsfeuerwehr Twistringen, Landkreis Diepholz

Alarmstufe B-0:
Die Besonderheit bei der Alarmstufe B-0 ist die nochmalige Unterteilung in 4 Untergruppen, damit für den Kleinsteinsatz auch wirklich nur die Benötigte Mannschaft alarmiert wird.

Alarmstufen Alarmbezeichnung Alarmierung für Fahrzeuge

Alarmierung über

Pieper Sirene Telefon

B - 0

1. B-Alarm Ortsbrandmeister / Stellvertreter PKW x - x
2. B-Alarm kleine Schleife / 1 Fahrzeug TLF 16/25 x - -
3. B-Alarm große Schleife / 2-3 Fahrzeuge ELW / TLF / LF oder DL x - -
4. B-Alarm Twistringen und Marhorst ELW / TLF / DLK / LF / SW 2000 / GW-Z / TSF / GW-Messen x x -

B - 1

Alarmstufe B-1 Ortsfeuerwehr Heiligenloh TLF / LF x x -
- Ortsfeuerwehr Borwede TSF x x -
- - - - - -
- - - - - -

B - 2

Alarmstufe B-2 Ortsfeuerwehr Natenstedt TSF x x -
- Ortsfeuerwehr Ridderade TSF x x -
- Ortsfeuerwehr Rüssen TSF-W x x -
- - - - - -

B - 3

Alarmstufe B-3 Ortsfeuerwehr Bassum ELW / TLF / DLK / LF / RW / MTW x x -
- - - - - -

B - 4

Alarmstufe B-4 Ortsfeuerwehr Schmalförden TLF / LF x x -
- Ortsfeuerwehr Drentwede TLF / LF / TSF x x -

Wenn man diesen Alarmplan genauer betrachtet merkt man, das durch jede Erhöhung der Alarmstufe mindestens einen Zug alarmiert wird, der aus mehrehren Ortsfeuerwehren zusammengesetzt wird. Dieses ist ein fester Punkt in der Alarmordnung des Landkreis Diepholz. Natürlich ist im Einsatzleitrechner der FEL Diepholz für jede der 119 Ortsfeuerwehren im Landkreis solch ein Plan hinterlegt. Gehen Sie jetzt zum Menüpunk "Beispiel einer Alarmierung" dort wird die Wirkungsweise anhand eines Brandeinsatzes dargestellt.

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