Heißausbildung in Natenstedt

Geschrieben von Jens Meyer

Mittwoch, 31.10.2018

Bereits zum 4. Mal konnten Feuerwehrleute aus den Städten Bassum und Twistringen, sowie der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sehr realitätsnah eine Atemschutzweiterbildung genießen.

Obwohl „genießen“ hier nicht ganz zutraf. Eher schweißtreibend, trotz der Außentemperaturen um 10 Grad. Schließlich mussten die 84 Männer und Frauen in ihrer schweren Schutzkleidung mit einem Atemschutzgerät im Brandübungscontainer ordentlich arbeiten.


2 Module standen zur Auswahl. Teil 1 war für diejenigen, die zum ersten Mal solch ein Training mitmachten. Hier standen Wärmegewöhnung, Türöffnung und Strahlrohtechnik auf dem Programm.

Im 2. Modul wurden die Kenntnisse aus dem letzten Jahr vertieft. Auch die Arbeit mit einer Wärmebildkamera wurde trainiert.

Eine Ausbildungseinheit dauerte für je 12 Teilnehmer 4 Stunden. Davon waren die ersten 60 Minuten Theorie und Sicherheitseinweisung.

Die Teilnehmer waren von den 3 Ausbildern begeistert. „Theorie ist ja normalerweise sehr trocken, aber sie schafften es mit ihrer lockeren Art, dieses Thema richtig gut zu vermitteln“, so der Kommentar eines Feuerwehrmannes.

Der Praxisteil war dann so anstrengend, dass die Teilnehmer je 2 Atemluftflaschen je 300 bar quasi „leersaugten“ und gute 3 Liter trinken mussten, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Auf den korrekten Sitz der Schutzkleidung wurde genau so geachtet, wie regelmäßige Pausen. Gegenseitige Kontrollen werden schon in der Grundausbildung zum Atemschutzgeräteträger gelehrt.

Feuerwehrleute aus Schwarme waren am Mittwochvormittag dran. „Eine spannende Erfahrung“, „spitzenmäßig“, „sollte Pflicht für jeden Atemschutzgeräteträger werden“, war von ihnen zu hören. „Gerade wie heiß der Wasserdampf werden kann, wenn das Löschwasser auf die Flammen trifft“, so die Erfahrung die ein Feuerwehrmann trotz der sehr guten Schutzkleidung machte.

„Diese Ausbildung ersetzt 10 normale trockene Ausbildungen“, so Guido Kunst, Atemschutzwart in der Stadt Twistringen. Mit seinen Funktionskollegen Carsten Schwemme (Bassum) und Peer Sengstake (Bruchhausen-Vilsen) hatte er alle Hände voll zu tun.

Sie mussten dafür sorgen, dass mindestens 170 Atemluftflaschen zur Verfügung standen und anschließend in der FTZ Barrien wieder befüllt wurden.

Ausbilder Uwe Rohlfs von der DELTA Safety & Protection GmbH aus Sulingen lobte ausdrücklich die sehr gute Organisation und Logistik. „Vielen Dank an die Helfer im Hintergrund“, welche hauptsächlich von der Ortsfeuerwehr Natenstedt gestellt wurden.

Natenstedt in der Stadt Twistringen war auch der Ort des Geschehens. Der Platz dort direkt neben dem Dorfgemeinschafthaus, in dem auch die Ortsfeuerwehr untergebracht ist, ist ideal für solch ein Training. Die Kosten für diese Ausbildung teilen sich die 3 Städte und Gemeinden. In Twistringen übernahm diese zum Teil der Förderverein der Feuerwehr.

„Aber was ist schon Geld, wenn durch dieses Training das richtige Verhalten im Innenangriff eines brennenden Gebäudes Leben retten kann“, so Jens Meyer, Pressesprecher der Feuerwehr Twistringen.

Vielen Dank an die Einwohner in Natenstedt. Sie hatten viel Verständnis für den Rauch, der durch ihre Straßen zog.



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