Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Twistringen

VON: Jens Meyer

„Musste das jetzt sein?“

111 mal unterwegs / Borchers 60 Jahre dabei

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Ganze 47 Seiten stark ist der Jahresbericht der Ortsfeuerwehr Twistringen für das Jahr 2019. Ortsbrandmeister Klaus Krebs und sein Stellvertreter Jörg Schuster teilten sich am Samstagabend dessen Vorstellung. Sie konnten neben den Aktiven auch sehr viele Mitglieder aus der Altersabteilung begrüßen. Kreisbrandmeister Michael Wessels, Bürgermeister Jens Bley sowie Gäste aus der städtischen Politik rundeten das Bild ab.

Krebs ist froh, dass es in 2019 weniger Einsätze gab, „da der Umbau sehr viel von uns abverlangt hat“. Auch mehr Übungsdienste wurden abgehalten.
So war man wieder beeindruckende 111 mal unterwegs. 45 Dienste und Fortbildungen, sowie 66 Einsätze (Vorjahr noch 92). Dazu wurden noch 37 Lehrgänge besucht. Erfreulich ist die deutliche Reduzierung der Fehlalarmierungen. Diese betrugen nur noch 14, gegenüber 26 in 2018.
Neue Auswertungsmöglichkeiten aufgrund einer neuen Software machten das Zahlenwerk noch interessanter.

Die Dienstbeteiligung der 78 aktiven Einsatzkräfte betrug im Schnitt 68%. Geleistet wurden 9.550 Stunden. Ein Plus von 1.551 – trotz weniger Einsätze, aber mehr Ausbildung und Umbau des Feuerwehrhauses.

Und 2020 wird es nicht weniger, stimmte Krebs seine Mannschaft schon mal auf das Kommende ein. Tag der offenen Tür, Niedersachsenpokal und Ausbildung, Einsätze nicht mit eingerechnet.

Die beiden Wettbewerbsgruppen konnten sich 2019 für die Deutschen Feuerwehrmeisterschaften 2020 in Bad Frankenhausen qualifizieren.

„Der flächendeckende Brandschutz machte sich vor allem bei den Flächenbränden bezahlt“, merkte Kreisbrandmeister Michael Wessels an. Bei einigen Einsätzen konnten sehr knapp Wohngebäude und Höfe geschützt werden. Aber nur, weil sehr schnell Kräfte vor Ort waren.
In den vergangenen Jahren sind die Einsätze im Kreisgebiet um ca. 500 Stück gestiegen. Amtshilfen, aber auch die „Vollkaskomentalität“ nehmen zu. Man kann sich Sorgen machen, wenn man den demographischen und gesellschaftlichen Wandel beobachtet.
Die Feuerwehren müssen sich auf die technischen Entwicklungen, zB eAutos, einstellen, Taktiken und Ausrüstung anpassen.

Dem pflichtete Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen bei. Speziell die Ausbildung an der neuen Drehleiter ist sehr zeitintensiv. „Wir haben aber auch schon gemerkt, wie gut man mit der neuen DLK arbeiten kann“, sein erstes Fazit.
Im April kann ein PKW, gesponsert von der Volksbank Vechta, abgeholt werden. Dabei handelt es sich um kein Einsatzfahrzeug, sondern einen einfachen PKW, welcher für Dienstfahrten genutzt werden soll.

Bürgermeister Jens Bley findet es bemerkenswert, wie sich Feuerwehrleute einsetzen. „Viele nehmen es wahr, was ihr macht. Auch wenn ihr es nicht mitbekommt“. Die Politik unterstützt das, was hier geleistet wird.
Nachempfinden kann er die Sorgen der Familien, wenn es in den Einsatz geht.

Krebs hatte vorher eindrucksvoll zum Nachdenken angeregt. Ihm war es ganz wichtig, einmal seine Gedanken aufzuschreiben und an diesem Abend vorzutragen.
Was wollte er mit diesen Worten sagen?
„Unsere Familien, Kinder, Freunde, Freundinnen, Eltern, Großeltern, eben alle, die uns nahestehen, müssen einiges mitmachen.
Was geht wohl in ihnen vor, wenn wir als freiwillige Feuerwehrfrauen und -männer einfach so aus der Tür raus rennen?
Musste das jetzt sein?
Schon wieder?
Wir wollten doch gerade essen.
Oder, wir wollten doch ins Kino.
Oder, du wolltest doch die Kinder ins Bett bringen.“
Krebs ist es eine Herzensangelegenheit, all denjenigen „Danke“ zu sagen, für ihr Verständnis. Er bat die Mitglieder, dies auch mit nach Hause zu nehmen.
„Der Pieper geht selten, wenn man es gebrauchen kann.“

Bedankt hat er sich auch bei Armin Kern und Alfred Nobis. Es ist unbeschreiblich, was sie in ihrer Freizeit leisten.

 

Ehrungen und Beförderungen in Stichworten:

Ernennung zum Feuerwehrmann: Andy Pahlke

Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann: Daniel Meyer, Nico Landwehr, Rene Küpker, Tobias Gerkens, Mirco Doering

Beförderung zum Löschmeister: Martin Blödorn und Jannik Landwehr

Beförderung zum Hauptlöschmeister: Stefan Klinkert und Robert Buschmann

Niedersächsisches Ehrenzeichen für 40 jährige Dienstzeit: Klaus Hammann und Gerhard Hanschen

Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für
40 jährige Mitgliedschaft: Armin Kern und Franz Gevers
60 jährige Mitgliedschaft: Heinrich Borchers

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Neue Drehleiter seit heute im Dienst

VON: Klaus Krebs

Ausbildung der ersten 10 Maschnisten durchgeführt / Intensivausbildung folgt.

Die neu beschaffte Drehleiter trägt die Typbezeichnung DLAK 18/12 (vollautomatische Drehleiter, die alle Bewegungen (Aufrichten, Ausziehen und Drehen) gleichzeitig ausführen kann. Die Nennrettungshöhe beträgt 18 Meter bei 12 Meter Nennausladung. Aufgebaut wurde der Leiterpark mit einer Länge von 27 Metern bei der Firma Rosenbauer (basierend auf Metz Technologie) aus Karlsruhe auf einem Mercedes-Benz Atego Fahrgestell. Die DLAK hat eine Leistung von 299 PS, besitzt ein Automatikgetriebe und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 14.000 Kg.

Die erwähnenswertesten Neuerungen sind die Nutzlast, die Funktionalität und die Ausladung des 5 Personenkorbs gegenüber der alten DLK 18/12 aus dem Jahre 1993. Mit der Beschaffung wurde der alte 3 Personenkorb mit einer Nutzlast von 270kg durch einen 5 Personenkorb mit 500 kg Nutzlast ersetzt. Erhöht hat sich die maximale Rettungshöhe von 24,2 auf 26,1 Meter.

Für eine Menschenrettung aus schwer zugänglichen Räumen in Obergeschossen kann jetzt die Krankentrage je nach Bedarf sowohl auf der Reling als auch mittig auf dem Korbboden montiert werden. Mit einer Aufnahmelast von bis zu 300 kg können auch die schwierigsten Einsätze sicher abgewickelt werden. Eine Person auf der Trage ist für beide Feuerwehrleute oder aber auch für den Rettungsdienst im Korb gut zugänglich. Die Betreuung – nötigenfalls auch die Beatmung mit gleichzeitiger unterbrechungsfreier Reanimation - ist jetzt sehr gut möglich.

Bedingt durch den kurzen Radstand von 3.860 mm besitzt die Drehleiter einen kompakten Aktionsradius. Erwähnenswert ist vor allem die seitliche Ausladung der Drehleiter, die sich gegenüber der alten DLK 18/12 wesentlich vergrößert hat. So konnten mit der alten Drehleiter 11,4 Meter gemessen von der Außenkante der Abstützung bei 3 Mann Korblast (270 kg) erreicht werden, jetzt sind es bei maximaler Abstützung (4,65 Meter) 14,3 Meter bei 322 kg Gewicht im Korb. Eine maximale Ausladung mit einer Person (124kg) wird bei 18,2 Meter - gemessen von der Außenkante der Abstützung - erreicht. Das verschafft unseren Einsatzkräften jetzt Einsatzmöglichkeiten, der mit der alten DLK nicht möglich gewesen wäre.

Der große Korb lässt sich über alle Seiten besteigen. Vorne und hinten durch klappbare Türen sowie an den Seiten durch versetzte Querverstrebungen. Ein Bedienpult im Korb ist verstellbar und ermöglicht eine bessere Handhabung durch den Maschinisten im Korb. Zu den weiteren Merkmalen gehört eine integrierte Wasserführung für einen aufsteckbaren Wasserwerfer mit einer max. Leistung von 2.000 l/min. Eine taghelle Beleuchtung kann durch 2 seitlich schwenkbare LED Scheinwerfer mit jeweils 24.000 lm (entspricht 2.000 W Halogen) dargestellt werden.

Ein modifizierte Display am Bedienstand gibt dem Maschinisten zu jeder Zeit die Informationen über die weitere Belastbarkeit des Korbes in Kilogramm, auch kann er über eingebaute Kamera im Korbboden jederzeit verfolgen, was vor dem Korb passiert. Durch die komplett überarbeitete CAN-Bus Technologie ist die Drehleiter weiterhin äußerst bedienerfreundlich und sicherer geworden, was unsreren Einsatzkräften in Streßsituationen sicherlich helfen wird.

Die offizielle Übergabe der Drehleiter ist am Tag der offenen Tür am 01.05.2020 geplant, an denen der Bevölkerung die Möglichkeiten der Drehleiter live vorgeführt werden. Bis dahin werden unsere Maschinisten weiter intensiv mit dem Fahrzeug Übungen durchführen, um das Einsatzfahrzeug sicher zu Beherschen.

DLAK 18/12

DLAK 18/12
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