Feuer bei Biogasanlage

Geschrieben von Jens Meyer

Mittwoch, 17.05.2017
Einsatzart: Mittelbrand
Erste Alarmierung um 03:17 Uhr über Sirenen

Durch die interne Brandmeldeanlage geweckt wurde der Betreiber einer Biogas-Anlage im Paradiesweg (Ortsteil Scharrendorf-Stöttinghausen). Bei der Kontrolle stellte er eine starke Rauchentwicklung und Flammen fest.

Er verhielt sich vollkommen korrekt und betätigte den „Notaus“. Somit wurden Strom- und Gaszufuhr abgeschaltet.

Per Sirenen wurde die Ortsfeuerwehr Twistringen mit Löschgruppe Marhrost alarmiert. Auf dem Weg zum Einsatzort konnte man in den umliegenden Straßen bereits den Rauch wahrnehmen.

Als die ersten Kräfte eintrafen schlugen Flammen aus einem Lüfter.
Es brannte in einem Container. Dieser wurde als Generator- und Technikraum (Blockheizkraftwerk) genutzt.

Augerüstet mit schwerem Atemschutz und Wärmebildkamera gingen 4 Kräfte von 2 Seiten aus in den Container vor. Weitere Kräfte kühlten den nahen Fermenter und einen weiteren Container.
Ein Ausbreiten der Flammen wurde verhindert. Von 2 Hydraten aus wurde die Wasserversorgung hergestellt. Hier musste besonders geschaut werden, welche Hydranten man nutzen kann. „Nicht dass man sich gegenseitig das Wasser wegnimmt“, so Jens Meyer.

Die Kräfte im Container leisteten unterdessen Schwerstarbeit. So musste die Dämmung aus Wänden und der Decke des Containers aufwendig entfernt werden.
Von den ca. 200l Schmieröl im Container ging nur eine geringe Gefahr aus. Ein Umweltschaden wurde vermieden.

Aber ein anderes Problem stellte sich ein. Im Fermenter wurde durch den natürlichen Gärprozess weiter Gas produziert. Dies konnte aber nicht verbraucht werden, da der Generator zur Stromproduktion bei dem Brand zerstört wurde.
Im Normalfall wird überschüssiges Gas über eine Sicherheitsfackel abgebrannt. Weil aber der Strom abgeschaltet wurde, konnte hier kein elektrischer Zündfunken erzeugt werden. „Und einfach ein Streichholz dran halten geht auch nicht“, so Meyer weiter.
Also musste eine Art Lanze organisiert werden, welche mit Propan-Gas betrieben werden kann. Damit wurde die Fackel entzündet und das Gas konnte kontrolliert abbrennen.

Insgesamt waren 39 Kräfte unter der Leitung von Ortsbrandmeister Matthias Harms im Einsatz. Die Besatzung eines vorsorglich alarmierten Rettungswagens aus Drentwede musste nicht eingreifen. Die Polizei war ebenfalls vor Ort.

Der Einsatz dauerte bis ca. 05:30 Uhr. Dann musste am Feuerwehrhaus die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt werden, so dass die letzen Kräfte gegen 06:30 Uhr nach Hause konnten.
Der Nachschub wurde durch die FTZ Barrien sichergestellt.
8 Kräfte wurden unter schwerem Atemschutz eingesetzt, weitere 6 Kräfte zur Reserve. 53 B-Schläuche (= 1.060m Schlauchleitung) wurden verlegt.

Die Familie des Betreibers sorgte an der Einsatzstelle für Kaffee & Kaltgetränke.

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Eingesetzte Kameraden (gesamt): 39
Eingesetzte Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Twistringen
ELW 1, TLF 16/25, DLK 18/12, HLF 20, GW-Logistik, MZF, MTW (Jfw),

Weitere Kräfte:

Rettungsdienst Landkreis Diepholz GmbH mit RTW und 2 Kräften
Polizei Syke mit 1 Fahrzueg und 2 Beamten
FTZ Barrien mit GW-L und 1 Mitarbeiter

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